Maut in Island – Das kommt ab 2026 auf dich zu
Mit der Maut war es in Island bis dato sehr einfach. Es gab nämlich bis auf den Vaðlaheiðargöng-Tunnel keine gebührenpflichtigen Straßenabschnitte, sondern eine Verkehrsabgabe, die über Kraftstoffsteuern erhoben wurde. Um eine nachhaltige Finanzierung für den Bau und die Instandhaltung sicherer und effizienter Straßen im ganzen Land zu gewährleisten, wurde zum 1. Januar 2026 auf streckenbasiertes Mautsystem umgestellt, bei welchem man zwischen einer Pauschale (bis 10 Tonnen und maximal 30 Tage) und einer kilometergenauen Abgabe wählen kann.
Inhaltsverzeichnis anzeigen
- Bezahlung pro gefahrenem Kilometer
- Kosten in den unterschiedlichen Gewichtsklassen
- Ein Rechenbeispiel unserer Islandreise 2025
- Wie werden die gefahrenen Kilometer ermittelt?
- Wie funktioniert das isländische Mautsystem für Touristen?
- Pauschalgebühren für Aufenthalte von maximal 30 Tagen
- Noch ein Hinweis zur Pauschalgebühr
- Spritkosten werden wohl kaum sinken
- Ein Fazit
Das Finanzierungsmodell über die Kraftstoffsteuern ist veraltet, was unter anderem damit zu tun hat, dass die Anzahl der Elektrofahrzeuge kontinuierlich steigt. Die Einnahmen sind in den letzten 20 Jahren um 43 % eingebrochen, und somit musste diese Einnahmequelle reformiert werden. Die Preise für Diesel und Benzin werden aber (ein wenig) sinken, weil die Kraftstoffsteuern abgeschafft werden. Dazu aber später mehr.
Bezahlung pro gefahrenem Kilometer
Die Straßennutzung wird (bei Aufenthalten von mehr als 30 Tagen) künftig nach gefahrenen Kilometern und nicht mehr nach Kraftstoffverbrauch gemessen. Somit zahlt man unabhängig von der Energiequelle in der jeweiligen Gewichtsklasse den gleichen Preis. Diese Änderungen betreffen ausdrücklich auch Touristen, die mit ihren eigenen Fahrzeugen nach Island einreisen. Bei Aufenthalten von weniger als 30 Tagen und einem Gesamtgewicht von maximal 10 Tonnen, kann eine Pauschalgebühr erhoben werden.
Kosten in den unterschiedlichen Gewichtsklassen
Die Berechnung basiert auf der tatsächlichen Straßennutzung, gemessen an den gefahrenen Kilometern in einer von insgesamt 29 Gewichtsklassen. Bei Fahrzeugen mit Anhängern (z. B. Wohnwagen) werden die Gebühren auf das Gesamtgewicht des Fahrzeugsgespanns berechnet.
| Gesamtgewicht | Kosten pro km | Gesamtgewicht | Kosten pro km |
|---|---|---|---|
| Motorräder (>400kg) | 4,15 ISK | 17.001 – 18.000 kg | 26,25 ISK |
| 0 – 3.500 | 6,95 ISK | 18.001 – 19.000 kg | 27,37 ISK |
| 3.501 – 5.000 kg | 9,85 ISK | 19.001 – 20.000 kg | 28,55 ISK |
| 5.001 – 6.000 kg | 10,44 ISK | 20.001 – 21.000 kg | 29,77 ISK |
| 6.001 – 7.000 kg | 11,06 ISK | 21.001 – 22.000 kg | 31,06 ISK |
| 7.001 – 8.000 kg | 11,73 ISK | 22.001 – 23.000 kg | 32,40 ISK |
| 8.001 – 9.000 kg | 12,43 ISK | 23.001 – 24.000 kg | 33,79 ISK |
| 9.001 – 10.000 kg | 13,18 ISK | 24.001 – 25.000 kg | 35,24 ISK |
| 10.001 – 11.000 kg | 13,98 ISK | 25.001 – 26.000 kg | 36,75 ISK |
| 11.001 – 12.000 kg | 14,81 ISK | 26.001 – 27.000 kg | 38,04 ISK |
| 12.001 – 13.000 kg | 16,29 ISK | 27.001 – 28.000 kg | 39,36 ISK |
| 13.001 – 14.000 kg | 17,92 ISK | 28.001 – 29.000 kg | 40,74 ISK |
| 14.001 – 15.000 kg | 19,71 ISK | 29.001 – 30.000 kg | 42,17 ISK |
| 15.001 – 16.000 kg | 21,68 ISK | 30.001 – 31.000 kg | 43,65 ISK |
| 16.001 – 17.000 kg | 23,86 ISK | 31.001 und mehr | 45,17 ISK |
Quelle: Island.is
Ein Rechenbeispiel unserer Islandreise 2025
Auf unserer Tour im Herbst 2025 nach Island (Reisebericht) haben wir auf isländischem Boden laut des GPS-Trackers Trackiwi (Testbericht) 3619 Kilometer zurückgelegt. Unser Wohnmobil hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 7 Tonnen und somit wären hier 40.026,14 ISK an Mautgebühren bei einer kilometergenauen Abrechnung angefallen.

Das sind (Stand 17.01.2026) umgerechnet 273,78 Euro und selbst mit einem Fahrzeug von maximal 3,5 Tonnen Gesamtgewicht, kämen hier noch 172,04 EUR (25.152,05 ISK) an Maut zusammen.
Anreise war der 15.10. und Abreise der 28.10.25 und daher wären wir bei den 13 Tagen Aufenthalt in Island, mit der Pauschalgebühr von 33.180 ISK (226,95 EUR) etwas günstiger unterwegs gewesen.
Wie werden die gefahrenen Kilometer ermittelt?
Für isländische Staatsbürger mit einem elektronischen Personalausweis ist das relativ einfach gelöst. Diese müssen bis zum 20.01.26 ihren Kilometerstand auf Island.is oder der App eintragen. Die Abrechnung ähnelt der üblichen Abrechnung für Strom und Warmwasser. Das durchschnittliche Fahrverhalten wird anhand der Angaben geschätzt und zum Ende des Jahres abgerechnet.
Wie funktioniert das isländische Mautsystem für Touristen?
Bei Mietfahrzeugen ist das auch noch relativ einfach, weil die Autovermietung mit der isländischen Behörde direkt abrechnet. Ob die Autovermietung dann mit dem Mieter kilometergenau abrechnet oder eine Tagespauschale verlangt, bleibt der Vermietung natürlich selbst überlassen. Ähnlich, wie man es vom Stromzähler her in einer Ferienwohnung oder auf dem Campingplatz kennt. Teurer wird es für Touristen auf jeden Fall.
Alle Reisenden, die mit einem im Ausland zugelassenen Fahrzeug (E9) nach Island kommen, mussten vor ihrer Ankunft ohnehin online eine Erklärung für den isländischen Zoll ausfüllen. Die isländische Zollbehörde „Skatturinn“ schickt einem dafür ca. 30 Tage vor Abreise der Fähre eine E-Mail mit detaillierten Anweisungen und einem persönlichen Link zu einem Online-Formular.

Die E-Mail der Zollbehörde geht an die E-Mail-Adresse, die man für die Buchung der Fährüberfahrt verwendet hat. Das Postfach sollte man also vor Antritt der Reise evtl. im Auge behalten.
Etwas unklar ist hierbei noch die Angabe zum Kilometerstand. Dieser soll laut isländischem Zoll nämlich bei Ankunft und bei der Ausreise aus dem Land erfasst werden. Die Abreise sollte kein Problem darstellen, aber den Kilometerstand bei Einreise kann man ja quasi nur auf der Fähre oder bei Ankunft in Island erfassen. Wir haben das Formular vom Zoll bei den letzten Reisen bereits kurz nach Erhalt der E-Mail, also etwa 3–4 Wochen vorher ausgefüllt. Unser Kilometerstand hätte sich dann natürlich noch verändert, alleine schon durch die Anreise zur Fähre bis nach Hirtshals in Dänemark.
Pauschalgebühren für Aufenthalte von maximal 30 Tagen
Bei kürzeren Aufenthalten (maximal 30 Tage) in Island und einem maximalen Gesamtgewicht des Fahrzeugs beziehungsweise des Gespanns von bis zu 10 Tonnen, wird eine feste Gebühr erhoben. Bei längeren Aufenthalten richtet sich die Gebühr (siehe oben) nach der im Land zurückgelegten Strecke.
| Gesamtgewicht | 1 bis 10 Tage | 11 bis 20 Tage | 21 bis 30 Tage |
|---|---|---|---|
| Morrad (>400kg) | 8.300 ISK | 12.450 ISK | 14.525 ISK |
| 0 – 3.500 kg | 13.900 ISK | 20.850 ISK | 24.325 ISK |
| 3.501 – 5.000 | 19.700 ISK | 29.550 ISK | 34.475 ISK |
| 5.001 – 6.000 | 20.880 ISK | 31.320 ISK | 36.540 ISK |
| 6.001 – 7.000 | 22.120 ISK | 33.180 ISK | 38.710 ISK |
| 7.001 – 8.000 | 23.460 ISK | 35.190 ISK | 41.055 ISK |
| 8.001 – 9.000 | 24.980 ISK | 37.290 ISK | 43.505 ISK |
| 9.001 – 9.999 | 26.360 ISK | 39.450 ISK | 46.130 ISK |
Noch ein Hinweis zur Pauschalgebühr
Die Kilometergebühr darf nicht niedriger sein als die Gebühr pro gefahrenem Kilometer, die auf einem Aufenthalt von 21 Tagen oder länger (max. 30) basiert. Solltest du zum Beispiel 25 Tage in Island mit deinem eigenen Auto verbringen und “nur” 2000 Kilometer gefahren sein, musst du bei 3,5 t mindestens 24.325 ISK bezahlen. Auch wenn die eigentlichen Kosten bei einer Abrechnung per Kilometer nur 13.900 ISK gewesen wären.
Spritkosten werden wohl kaum sinken
Da die alten Kraftstoffsteuern abgeschafft werden, wird mit sinkenden Kraftstoffpreisen gerechnet. Schätzungen gehen von einer Reduzierung um etwa 80 ISK (rund 55 Cent) pro Liter aus. Bei Preisen von über 300 ISK (Stand 2025) pro Liter Diesel wäre das auch nicht verkehrt. Gleichzeitig soll aber auch die CO₂-Steuer angehoben werden, welche Bestandteil des Preises an den Zapfsäulen für Benzin und Diesel ist. Das könnte sich am Ende daher auch wieder ausgleichen und die Kosten pro Liter Diesel weiterhin auf einem hohen Niveau halten.
Ein Fazit
Ein ohnehin in Island sehr kostenspieliger Urlaub wird durch die Einführung der Maut wohl noch ein wenig teurer. Dass die Isländer für die Benutzung und die Instandhaltung ihrer Straßen eine entsprechende Gebühr erheben wollen, ist nachvollziehbar. Auf die teilweise sehr komplizierte Umsetzung mit einem Transponder (Mautbox) im Fahrzeug wurde hier zumindest bewusst verzichtet.
Wer sich schon mal mit den Mautsystemen in Norwegen, Tschechien, Polen, Österreich usw. auseinandergesetzt hat, wird wissen, was ich meine. Ob die Kostenermittlung über den Kilometerstand jetzt die wirklich beste Lösung ist, wage ich zwar zu bezweifeln, aber aktuell ist das der von Island beschrittene Weg zur Gebührenermittlung.
Für Fahrzeuge bis zu 10 Tonnen wird übrigens eine Nichtregistrierungsgebühr von 20.000 ISK erhoben, und für Fahrzeuge mit über 10 Tonnen beträgt diese sogar 40.000 ISK. Wie weit das Ganze dann bei Abfahrt also am Fähranleger bei Touristen mit eigenem Fahrzeug kontrolliert werden soll, ist noch unbekannt und wird die nächste Saison zeigen.
Mehr Informationen findest du auf der offiziellen Informationsseite „Roads to the Future“.