Mit dem Wohnmobil zum Nordkap
Monate haben wir uns auf die Abfahrt in den hohen Norden gefreut und am Mittwoch war es dann so weit. Nach dem Ausscheiden der deutschen Fußballnationalmannschaft in der Vorrunde machten wir uns etwas bedröppelt auf die Reise nach Travemünde. Am nächsten Morgen sollte uns von dort aus die Fähre nach Schweden bringen.
Inhaltsverzeichnis anzeigen
- Die Stationen dieser Etappe
- Die Anreise nach Norwegen
- Das Silberbergwerk in Kongsberg
- Stabkirche Heddal
- Der Zwillingswasserfall Latefossen
- Wanderung zur Trolltunga
- Die Stadt Bergen
- Ein Stadtbummel in Bergen
- Zur Aussichtsplattform Stegastein
- Ein Platz über dem Aurlandsfjord
- Der Bøyabreen
- Der schöne Geirangerfjord
- Die Schlucht Gudbrandsjuvet
- Über die Trollstigen
- Wanderung zu Romsdalstrappa
- Die traumhafte Atlantikstraße
- Die Stadt Trondheim
- Torghatten der Berg mit einem Loch
- Zum Gletscher Svartisen
- Wir überqueren den Polarkreis
- Zum nächsten Teil der Reise.
Der Check-in war am Donnerstag schnell erledigt und unsere Kabine auch schon bezugsfertig. Die Ausfahrt aus dem Hafen von Travemünde schauten wir uns vom Deck bei herrlichem Sonnenschein an und beschlossen: Das Wetter kann auf jeden Fall so bleiben. Gegen 19:00 Uhr kamen wir sehr in Trelleborg an und nach einem kurzen Abstecher in den nahegelegenen ICA zum Aufladen von 30 Gigabyte Datenvolumen ging die Reise auch schon weiter.
Die Stationen dieser Etappe
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Weitere InformationenDie Anreise nach Norwegen

Wir hatten klar vor, die ersten Tage einiges an Kilometern zu absolvieren, und das gelang uns auch recht gut. Wir machten einen Zwischenstopp und packten den Grill aus, und nach ein paar leckeren Hamburgern erreichten wir kurz vor Mitternacht das Erholungsgebiet Stora Amundön kurz vor Göteborg.


Nach dem Frühstück gingen wir eine Runde spazieren und das ein oder andere Familienmitglied wagte den Sprung ins Wasser.
Das Silberbergwerk in Kongsberg
Gegen Mittag machten wir uns dann wieder auf den Weg und erreichten am Abend den Parkplatz am Silberbergwerk in Kongsberg, wo man kostenlos an einem wunderschönen See übernachten kann.


Das Silberbergwerk von Kongsberg in Norwegen war über Jahrhunderte eines der bedeutendsten Silberbergwerke Europas. Es wurde 1623 entdeckt und entwickelte sich rasch zu einem zentralen wirtschaftlichen Motor des Landes. Bis zur Schließung 1958 wurden hier große Mengen Silber gefördert, was zur Entstehung der Bergarbeiterstadt Kongsberg und einer eigenen technischen Hochschule führte. Heute ist das Bergwerk als Norsk Bergverksmuseum zugänglich. Besucher können mit der Grubenbahn tief in das Stollensystem einfahren und erfahren, wie die Mineralarbeiter einst unter schwierigen Bedingungen Silber abbauten.
Stabkirche Heddal
Die Stabkirche Heddal in Norwegen ist ein echtes Schmuckstück aus Holz – und sie ist mit 20 Metern Länge und 26 Metern Höhe die größte ihrer Art im ganzen Land! Schon im 13. Jahrhundert wurde sie gebaut, und ihre filigranen Holzstäbe, geschnitzten Verzierungen und spitzen Dächer lassen sie fast wie aus einem Märchen wirken.




Innen wartet eine stimmungsvolle Atmosphäre mit alten Fresken und kunstvollen Details, die die Geschichte und Glaubenswelt vergangener Zeiten erzählen. Rund um die Kirche gibt es hübsche Spazierwege.
Die Landschaft war schon die ganze Zeit schön anzusehen, aber beeindruckend wurde es erst, als wir auf der E134 aus einem Tunnel hinausfuhren. In der Gegend von Steinvollbekken wurde uns das erste Mal die volle Schönheit Norwegens präsentiert, und das sollte wohl erst der Anfang sein.


Ab hier ging es, wie sicherlich die nächsten paar tausend Kilometer, rauf, runter und das auch gern mal in einen Tunnel. Die armen Bremsen, kann ich nur sagen. Insgesamt klappt das relativ gut und mehr als 80 km/h darf und schafft man ohnehin nicht. Es ist also recht entspannt, auch wenn man sich an das Ganze zunächst gewöhnen muss, und die visuellen Eindrücke sind schon der Hammer.
Der Zwillingswasserfall Latefossen
Der Zwillingswasserfall Låtefossen in Norwegen ist ein echtes Naturwunder und bei dem Andrang war es gar nicht so einfach, einen Parkplatz an der schmalen Straße zu bekommen.



Er stürzt in zwei parallelen Strömen rund 165 Meter in die Tiefe und wird von einer markanten Brücke überspannt, über welche man direkt über die tosenden Wassermassen laufen kann. Umgeben von steilen Felsen und grünen Wäldern bietet der Wasserfall nicht nur ein beeindruckendes Naturschauspiel, sondern auch perfekte Fotomotive.
Vom Låtefossen waren es nur noch ein paar Minuten bis in das kleine Örtchen Odda. Hier wurde wieder lecker gegrillt und der Ausblick auf den Sørfjords genossen. Am nächsten Morgen wollten wir früh (04:00) raus, denn dann sollte es auf die Trolltunga gehen
Wanderung zur Trolltunga

Unsere erste Wanderung in Norwegen stand an und ein leichter Weg zum Eingewöhnen ist doch Quatsch. Nicht kleckern, sondern klotzen, oder wie war das noch gleich? und so sollte es direkt mal zur Trolltunga gehen. Dabei handelt es sich um einen horizontalen Felsvorsprung, der rund zehn Kilometer nordöstlich von Odda am Sørfjord auf einer Höhe von 1180 Metern liegt, zu einer der Top-Reiseziele in Norwegen zählt.
Um 04:00 Uhr stehen wir auf und erreichen nach kurzer Fahrt den unteren Parkplatz zur Trolltunga. 24 Stunden kosten hier aktuell (die Preise scheinen zu schwanken) 300 NOK. Also rund 30 € für einen Parkplatz (P1). Nun, so ist das halt, aber weiter nach oben zu P2 und P3 dürfen Wohnmobile usw. nicht fahren. Das liegt nicht nur an der Steigung von 17 %, sondern an der viel zu schmalen Straße, auf der normale Pkws nicht aneinander vorbeikommen.
Bis zu dem oberen Parkplatz (P2) welcher dann 500 NOK kostet, sind es weniger als 6 Kilometer. Wir gehen los, und weil die Straße bereits gut befahren ist, steigen wir nach ein paar Minuten in einen Pendelbus, der uns für 100 NOK pro Person mitnimmt.
Auf P2 angekommen, geht es dann etwa 4 Kilometer über die Straße zu P3. Wer auf diesen fahren möchte, zahlt 600 NOK für 12 Stunden. Es gäbe neben der Straße auch noch den alten Wanderweg, aber der dauert noch länger als die Straße und dort oben beginnt die eigentliche Wanderung zur Trolltunga ja erst.
Wir laufen also die Straße nach oben und ca. alle 5 Minuten kommt ein Auto von unten, welches nur kontrolliert nach oben fahren darf. Endlich erreichen wir den eigentlichen Wanderweg zur Trolltunga.




Es geht ab hier dann über Stock und Stein und teilweise ist der Weg recht steil. Etwas an Kondition sollte man also schon mitbringen und vor allem gutes Schuhwerk. Unsere Kinder, also besonders Lilly, flitzten die Strecke nach oben, als wäre es ein lockerer Spaziergang gewesen.
Ein Paar aus Indien spricht mich an und fragt, ob wir in den Bergen wohnen und unsere Kinder schon immer wandern gehen. Ich erkläre, dass wir in Oldenburg auf dem flachen Land leben würden, und etwas geknickt schleppt er sich weiter den Berg hinauf und flucht über seine fehlende Kondition.
Die Strecke ist zwar sicherlich keine leichte, aber die Aussicht entschädigt jeglichen Kraftaufwand und den Muskelkater, den ich morgen haben werde, was so sicher ist, wie das „Amen“ in der Kirche. Frisches Wasser gibt es übrigens alle paar hundert Meter an einem Bach. Kaltes, klares Wasser. Einfach herrlich und sehr erfrischend.



Nach ca. 6 Stunden erreichen wir die Trolltunga und es ist recht voll hier. Klar, es ist Ferienzeit, traumhaftes Wetter und ein sehr beliebter Ort in Norwegen. Wer ein Foto auf der Trolltunga machen möchte, der muss ca. 1–1,5 Stunden Wartezeit einplanen.




Geschafft, und das in jeglicher Hinsicht. Wir ruhen uns aus, genießen die fantastische Aussicht und sind unheimlich stolz (vorwiegend auf die Kids), die Strecke geschafft zu haben. Nach ein paar Fotos, die ohnehin nicht wirklich einfangen können, was man hier sieht, machen wir uns auf den Rückweg.
Den Rückweg finden wir anstrengender. Nicht nur, weil man einiges an Energie bereits verbraucht hat, sondern weil es meistens bergab geht und das mehr auf die Gelenke geht. Dabei meine ich alle Gelenke, was wir noch am Abend spüren sollten.
Wieder auf der Straße zu P2 hält ein freundlicher Norweger an, welcher hier oben seine Hütte für das Wochenende hat und auf dem Heimweg ist. Er nimmt uns mit und das sogar bis runter zu P1. Ein sehr freundlicher Kerl, und wir schließen ihn in unser Abendgebet ein. Am Camper angekommen, machten wir uns erst mal etwas zu essen. Danach fuhren wir noch ein kleines Stück bis zum Wanderparkplatz in Kinsarvik/Husedalen, wo wir recht früh einschliefen. Was für ein geiler Tag!
Die Stadt Bergen

Wenn wir schon in Norwegen sind, dann wollen wir natürlich auch der Stadt Bergen einen kurzen Besuch abstatten. Wir haben riesengroßes Glück mit dem Wetter, denn es regnet hier mal nicht, was in Bergen bei 248 Regentagen im Jahr schon etwas Besonderes ist. Parken ist mit einem Camper wie in den meisten größeren Städten nicht ganz so einfach. Es gibt aber dort einen Stellplatz am Stadtrand. Dieser ist aber überfüllt und auf einem Schild wird auf einen weiteren Platz in nur 400 Meter Entfernung hingewiesen.
Wer keinen Strom benötigt, sollte den anderen Platz sogar bevorzugt anfahren. Hier hat man deutlich mehr Platz als in dem Hühnerstall. Pro Stunde zahlt man hier 10 NOK am Automaten und 24 Stunden kosten 150 NOK. Ver- und Entsorgung sind hier vorhanden. Wir ziehen uns ein Ticket für 6 Stunden. Das sollte für den gemütlichen Stadtbummel und das Abendessen am Camper reichen. Hier die Nacht verbringen wollen wir nämlich nicht.
Ein Stadtbummel in Bergen
Mit der nahegelegenen Straßenbahn ist man in ca. 15 Minuten in der Stadt. Die Gruppenkarte (4 Personen) kostet für den ganzen Tag auch nur 120 NOK. In der Bahn gibt es sogar kostenloses Wi-Fi. Bergen ist wirklich schön anzusehen, aber natürlich teilt man sich den Platz mit vielen Touristen, die in Scharen von den Kreuzfahrtschiffen in die Stadt strömen.








Nachdem wir uns im wirklich schönen Viertel Bryggen, die bunten Holzhäuser an der alten Landungsbrücke am Hafen angeschaut haben, gönnen wir uns für 240 NOK die Hin- und Rückfahrt als Familie mit der Floibahn (Bergbahn). Gestern sind wir schließlich bis zur Trolltunga echt genug gelaufen.
Von hier oben hat man einen wirklich wunderschönen Blick über die Stadt und, wie zuvor erwähnt, bei 248 Regentagen im Jahr haben wir echt Glück mit dem Wetter. Auf dem Rückweg kaufen wir noch ein paar Lebensmittel ein und grillen uns am Camper leckere Garnelen. Nach dem Essen geht es wieder entspannt weiter in Richtung Norden.
Zur Aussichtsplattform Stegastein

Nachdem wir uns die Stadt Bergen angeschaut haben, zieht es uns wieder in ländlichere Gefilde, und somit machen wir uns auf zum Aussichtspunkt Stegastein in der Gemeinde Aurland. Die Plattform am späten Abend anzufahren, war definitiv eine hervorragende Idee. Die 6 Kilometer lange, schmale und sehr steile Straße tagsüber mit „ein wenig“ mehr Gegenverkehr zu fahren, kann auch unschön werden. Wir kommen aber bis auf ein paar Pkws einwandfrei durch und werden zusätzlich mit einem Farbenspiel belohnt.


Von einem Parkplatz aus führt eine Aussichtsrampe über die Baumwipfel, und bietet einen Ausblick auf die tiefer gelegene Ortschaft Aurlandsvangen und den Aurlandsfjord. Die Rampe ist 4 Meter breit und 30 Meter lang und befindet sich in 640 Metern über dem Meer. Es handelt sich hierbei tatsächlich um eine mit Lärchenholz verkleidete Stahlkonstruktion. Das Ende der Plattform wird durch eine nach außen geneigte Glasscheibe abgeschlossen, die den Eindruck, direkt über dem Aurlandsfjord zu stehen, noch verstärkt.


Von dort aus fahren wir dann noch ein paar Kilometer bis auf über 1200 Meter und finden ein fantastisches Plätzchen für die Nacht oberhalb des Aurlandsfjords.
Ein Platz über dem Aurlandsfjord

Von der Aussichtsplattform Stegastein fuhren wir noch ein kleines bisschen nach oben. Ziel sind so etwa 1200 Meter über dem Aurlandsfjord einen Platz für die Nacht zu finden


Nacht ist hier natürlich eher eine solche Bezeichnung für „Man(n) sollte mal langsam ins Bett gehen“ und nicht mehr. Es ist nämlich auch nach Mitternacht noch so hell, dass ich beim Erreichen des Platzes nicht widerstehen konnte, noch ein paar Akkus der Drohne zu leeren. Auch als es wieder heller wurde, war die Aussicht noch überwältigend und dazu noch diese absolute Stille.
Heute führt uns die Reise zum „König“ der Fjorde, dem Geirangerfjord. Der Geirangerfjord ist einer der bekanntesten Fjorde Norwegens und gehört seit dem 14. Juli 2005 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Er liegt etwa 200 km nordöstlich von Bergen und ungefähr 280 km nordwestlich von Oslo in der Provinz Møre og Romsdal.
Der Bøyabreen
Auf dem Weg vom Aurlandsfjord in Richtung Geirangerfjord kommen wir aber auch noch an der Gletscherzunge Bøyabreen vorbei und nutzen die kurze Anfahrt für einen Zwischenstopp. Bøyabreen ist ein spektakulärer Ausläufer des Jostedalsbreen, dem größten Festlandgletscher Europas, in Norwegen. Sie schiebt sich tief in das grüne Tal hinein und zeigt eindrucksvoll die Kraft und Schönheit des Eises.



Der Bøyabreen ist ein weiterer Ausläufer am Südende des Jostedalsbreen. Er gehört zu den sich am schnellsten bewegenden Gletschern Norwegens: Das Eis bewegt sich rund zwei Meter pro Tag.
Der schöne Geirangerfjord

Auf dem Weg zum Geirangerfjord nehmen wir bereits mehrere Fähren vom Anbieter Fjord1 und legen uns direkt mal die FerjeKort zu, mit der man bis zu 50 % sparen kann. Wir schaffen es noch pünktlich zur letzten Fähre des Tages um 18:30 Uhr und auch fast allein. Der Geirangerfjord ist schon sehr beeindruckend und die Bilder können leider nicht wiedergeben, was man hier geboten bekommt.






Unser Platz am Geirangerfjord war ruhig, aber in aller Herrgottsfrühe wurden wir durch ein lautes Geräusch geweckt. Es war der Anker des Kreuzfahrtschiffes Queen Mary, welches nur wenige Meter von uns seinen Liegeplatz bezogen hatte. Kurze Zeit später gesellte sich noch ein weiteres Schiff dazu, und die Touristen strömten an Land.
Wir fuhren nach dem Frühstück die Serpentinen auf ca. 800 Meter hinauf und genossen noch einmal den Ausblick auf den Geirangerfjord. Von hier oben sieht man leider noch deutlicher, wie umweltschädigend diese mit Schweröl betriebenen Kreuzfahrtschiffe sind. Über dem Geirangerfjord liegt dicke Luft.




Oben angekommen geht es dann auch schon wieder hinunter ins Tal und dort besorgten wir ein paar Lebensmittel, bevor es dann weiter in Richtung der Atlantikstraße geht.
Die Schlucht Gudbrandsjuvet
Auf dem Weg schauten wir uns die 5 Meter breite und 20–25 Meter tiefe Schlucht Gudbrandsjuvet an.
Hier stürzt das Wasser des Valldøla-Flusses mit gewaltiger Kraft durch enge, steilwandige Felsklüfte. Man kann die Schlucht bequem über Brücken und Aussichtsplattformen erleben und dabei das beeindruckende Spiel von Strömung, Spritzwasser und Felsformationen beobachten.



Besonders nach Regenfällen zeigt sich Gudbrandsjuvet von seiner imposantesten Seite, wenn die Wassermassen donnernd durch die Schlucht rauschen.
Weiter ging die Reise zum Trollstigen (norwegisch für die Trollleiter). Es ist eine der bekanntesten Touristenstrecken in Norwegen, etwa 20 km südlich von Åndalsnes. Der Trollstigen führt vom Isterdal in elf Haarnadelkurven mit etwa zwölf Prozent Steigung hinauf zur Passhöhe. Dabei überwindet er eine Höhendifferenz von 405 Metern und im weiteren Verlauf erreicht die Straße eine Höhe von 850 Metern.
Über die Trollstigen
Kurz vorher kommt noch ein kleiner Parkplatz, von dem man einen wunderschönen Blick auf die Landschaft hat, bevor es dann auf die Trollstigen, eine der spektakulärsten Panoramastraßen Europas geht. Sie schlängelt sich mit elf Haarnadelkurven steil durch die norwegischen Berge und bietet atemberaubende Ausblicke auf tiefe Täler, rauschende Wasserfälle und steile Felswände. Besonders bekannt ist der Aussichtspunkt am Ende der Strecke, von dem man die ganze Straße und die Umgebung überblicken kann.



Kurz vor der eigentlichen Passage gibt es eine vollkommen überlaufene Station, von der man aber einen perfekten Blick auf die Haarnadelkurven hat. Hier geht es zu wie auf dem Rummel und wir halten es dort nicht lange aus. Unsere Fahrt geht von oben nach unten. Die armen Bremsen, und ich freue mich mal wieder über die Hill Descent Control (Bergabfahrhilfe) vom Fiat Ducato.


Hier ist alles unterwegs, was man sich vorstellen kann. Vom Reisebus, über ungebremste Wohnwagengespanne und Wohnmobile in allen Größen, bis zum Oldtimer. Am Ende waren wir froh, sicher unten angekommen zu sein.
Wanderung zu Romsdalstrappa
Auf der weiteren Reise zur Atlantikstraße machten wir in Åndalsnes Halt für eine Wanderung auf die Romsdalstrappa. Es handelt sich hierbei um einen Aussichtspunkt in 537 Metern Höhe.
Der Weg hat es wirklich in sich. Es geht steil bergauf und das über Stock und Stein. Genügend Kondition und gutes Schuhwerk sind hier absolute Voraussetzung. Nach ca. 60 Minuten erreichen wir den Aussichtspunkt und genießen die prachtvolle Aussicht über Åndalsnes, Isfjorden, ins Romsdal hinein und auf den Romsdalfjord. Für den Abstieg kann man etwa 20–30 Minuten einplanen.





Die traumhafte Atlantikstraße
Als Nächstes erreichen wir unser Tagesziel, die Atlantikstraße. Die acht Brücken der Atlantikstraße (auf Norwegisch: Atlanterhavsvegen) schlängeln sich zwischen Inseln, Holmen und Schären und sind untereinander durch herausfordernde Straßenabschnitte verbunden, die im Gestein dieser Küstenlandschaft fest verankert sind.

Man soll sich hier genügend Zeit lassen und diese Landschaft mit allen Sinnen genießen. Das haben wir auch vor und steuern einen kleinen Platz direkt am Wasser an und genießen bei einem leckeren Glas Wein die Abendsonne. Morgen geht die Reise weiter.
Die Stadt Trondheim
Von der Atlantikstraße, welche wir nicht so überragend fanden, ging es weiter in den Norden. Zwar sind wir keine besonderen Stadtfreunde, aber wenn ein solch nettes Städtchen auf dem Wege liegt, dann kann man ihm einen Besuch abstatten. In diesem Falle geht es um die Trondheim, welche am Trondheimer Fjord in Mittelnorwegen liegt.
Mit 193.000 Einwohnern ist Trondheim, verglichen mit anderen europäischen Städten, eher klein. Für norwegische Verhältnisse ist sie jedoch groß. Trondheim ist die drittgrößte Stadt Norwegens. Vom zentral gelegenen Stellplatz geht es am Nidarosdom vorbei zur alten Stadtbrücke “Gamle Bybrua” und in die schöne Altstadt Bakklandet.





Nach zwei Stunden machten wir uns auch schon wieder auf die Reise und übernachteten an einem ruhigen Plätzchen.
Torghatten der Berg mit einem Loch
Am nächsten Tag erreichten wir am Nachmittag den Berg Torghatten in der Nähe von Brønnøysund. Torghatten ist ein Berg mit einer besonderen geologischen Form. In seiner Mitte hat er ein etwa 35 Meter hohes und rund 160 Meter langes Loch. Entstanden ist es vermutlich durch Ausspülungen der Meeresbrandung während der immer noch andauernden postglazialen Landhebung nach dem Abschmelzen der Gletscher aus der letzten Kaltzeit.
Der Torghatten liegt auf der Insel Torget, der größten Insel der Kommune Brønnøy. Von seinem Fuße kann man das Loch in einer circa 30-minütigen Wanderung erreichen und hat einen tollen Ausblick auf die norwegische Schärenlandschaft. Leider war es sehr windig, sodass ich die Drohne nicht so weit wegfliegen lassen konnte, um dieses Loch besser erfassen zu können.






Wir fahren weiter in Richtung Norden und einen Schlafplatz finden wir an einem alten Fähranleger im Örtchen Leland, wo die Sommer kurz, kühl und größtenteils bewölkt sind.
Ja, das Thermometer ist auf 11 Grad gesunken und geregnet hat es hier auch, aber so ist das halt im Norden unseres Planeten. Wir fühlen uns hier auf jeden Fall sehr wohl und morgen geht es weiter.
Zum Gletscher Svartisen

Unsere Reise führte uns zum zweitgrößten Gletscher Norwegens, dem Svartisen, oder besser gesagt, was durch die Erderwärmung davon übrig geblieben ist. Um zum Svartisen zu gelangen, kann man sein Fahrzeug auf dem Parkplatz am See abstellen und hat entweder die Möglichkeit, ein Boot zu nehmen, oder um den See zu laufen.
Wir haben uns für das Boot entschieden, welches stündlich abfährt und ca. 20 Minuten für die Strecke benötigt. Der Preis für uns vier betrug 600 NOK und beinhaltete die Hin- und Rückfahrt. Vom Anleger sind es dann nach ca. 3,5 Kilometern bis zum Gletscher. Der Weg ist insgesamt recht einfach zu laufen, und auf dem Weg trafen wir einen netten Herrn mit seinem Hund. Er war vor 43 Jahren das letzte Mal hier und war sehr erschrocken, wie weit sich der Gletscher seitdem zurückgezogen hatte. An einigen Stellen sind auch Jahreszahlen in den Stein geritzt und zeigen an, bis wo die Eiszunge einmal gereicht hatte. Das Schmelzwasser vom Gletscher führte früher übrigens zu heftigen Überschwemmungen, weshalb ein Tunnel zum Ablaufen errichtet wurde.




Irgendwann zeigt sich dann hinter einer Erhöhung die Eiszunge vom Svartisen. Leider hatten wir an dem Tag nicht so gutes Wetter und somit kommt das Eis nicht so gut zur Geltung. Dennoch ist der Gletscher sehr beeindruckend und man kann wie so oft mit den Fotos nicht wiedergeben, was man in Norwegen so alles zu sehen bekommt.


Wir überqueren den Polarkreis
Wir nahmen um 17:00 Uhr das letzte Boot des Tages zurück und setzten unsere Reise Richtung Polarkreis fort. Gegen 19:00 Uhr überquerten wir auf der E6 den Polarkreis und statteten der Touristeninfo einen Besuch ab. Es wurden ein paar der obligatorischen Fotos gemacht und unsere Fahrt ging weiter.

Wir nahmen um 17:00 Uhr das letzte Boot des Tages zurück und setzten unsere Reise Richtung Polarkreis fort. Gegen 19:00 Uhr überquerten wir auf der E6 den Polarkreis und statteten der Touristeninfo einen Besuch ab. Es wurden ein paar der obligatorischen Fotos gemacht und weiter ging die Fahrt.
Hier oben übernachten wollten wir nicht. Zum einen ist der Parkplatz wirklich nicht gerade schön und auch direkt an der E6 gab es auf den ersten paar Kilometern keine wirklich schönen Plätze. Davon mal ganz abgesehen, ist es hier mit 8 °C auch recht frisch. Wir bezogen ein ruhiges Plätzchen etwas abseits der E6 an einem See und machten uns leckere Pfannkuchen, und danach kam die Feuerschale zum Einsatz und es gab noch leckeres Stockbrot.



